Demografische Entwicklung

Demografischer Wandel

Der demografische Wandel zählt zu den zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre. Familien-, Schul-, Arbeitsmarkt-, Renten- und Wohnbaupolitik ebenso wie öffentliche Einrichtungen und Unternehmen müssen ihre Planungen an voraussichtliche Bevölkerungsentwicklungen anpassen. Unter dem demografischen Wandel versteht man allgemein die Veränderung von Bevölkerungszahl und -struktur (Bähr, 2010). Für unsere Region zeichnet er sich vor allem durch eine steigende Lebenserwartung bei weitgehend stabiler Geburtenrate aus: Die Sterbefälle überwiegen die Geburten, sodass ohne Zuzug eine zunehmende Überalterung und langfristig ein Bevölkerungsrückgang zu erwarten wären. Unterschiedliche Wanderungsbewegungen (z. B. Ausbildung, Arbeitsplatz, Ruhestand, internationale Zuwanderung) beeinflussen darüber hinaus räumlich unterschiedlich die Größe und Zusammensetzung der Bevölkerung.

Die Bevölkerungsentwicklung in Mittelfranken bis 2044 verläuft uneinheitlich: Einige kreisfreie Städte und Landkreise werden voraussichtlich wachsen oder zumindest stabil bleiben, während in anderen Kommunen ein Rückgang möglich ist. Diese räumliche Differenzierung erfordert abgestimmte Planungen auf kommunaler und regionaler Ebene. 

Wachstum oder Stabilität wird in einigen kreisfreien Städten wie Erlangen, Fürth und Nürnberg sowie in Teilen des Umlands, insbesondere in den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Roth, Ansbach, Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim und Weißenburg-Gunzenhausen erwartet. Ein möglicher Rückgang der Einwohnerzahlen zeichnet sich in anderen kreisfreien Städten (Schwabach, Ansbach) sowie in einzelnen Landkreisen (Fürth, Nürnberger Land) ab. Insgesamt zeigt sich ein Bild von zentralstädtischem Wachstum und differenziertem Wandel im Umland, abhängig von Mobilität, Wohnangebot, Altersstruktur und Zuzug.

Karte Bevölkerungsvorausberechnung
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Die Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Wirtschafts- und Sozialsystem sind weitreichend: Wo die Zahl der Erwerbspersonen abnimmt, geht dies auch mit einem Mangel an Fachkräften einher. Das durch Umlagen finanzierte System der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung wird herausgefordert, wenn einer kleiner werdenden Gruppe von Beitragszahlern eine wachsende Gruppe von Leistungsbeziehern gegenübersteht. Räumlich differenziert betrachtet, ist in Schrumpfungsräumen zudem die Infrastruktur nicht ausgelastet; es verbleiben nicht nur leere Wohngebäude, auch soziale Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen und die technische Infrastruktur können nicht mehr kostendeckend betrieben werden. Das Netz und die Qualität der öffentlichen Daseinsvorsorge werden dort in Frage gestellt. Gleichzeitig fehlen in Wachstumsräumen entsprechende Kindergarten- und Schulplätze, der Wohnraum wird knapp und die Verkehrsinfrastruktur stößt an ihre Grenzen.

Demografische Entwicklung in Bayern und Mittelfranken

Nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik steigt die Einwohnerzahl Bayerns im Zeitraum 2024–2044 insgesamt merklich um +2,1 %. Es treten jedoch deutliche regionale Unterschiede auf:

  • Zunahme: Schwaben +5,2 %, Oberbayern +3,2 %, Niederbayern +3,1 %, Oberpfalz +2,2 %, Mittelfranken +0,7 %
  • Rückgang: Oberfranken −3,3 %, Unterfranken −1,3 %

Diese räumlich differenzierten Entwicklungen sind für die Planung in den Bereichen Infrastruktur, Wohnungsbau und Versorgung von großer Bedeutung.

Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik bis 2044:

Eine Übersicht über die prognostizierten Veränderungen der Bevölkerungszahl und des Durchschnittsalters in den Regionen, kreisfreien Städten und Landkreisen des Regierungsbezirks Mittelfranken im Zeitraum 2024 bis 2044 vermitteln folgende Diagramme:

Der Regierungsbezirk Mittelfranken verzeichnet im Prognosezeitraum 2024–2044 insgesamt einen leichten Bevölkerungszuwachs von +0,7 %. Innerhalb des Bezirks zeigen sich jedoch deutliche räumliche Unterschiede zwischen der bevölkerungsstarken Region Nürnberg (1.371,8 Tsd. Einwohner, Stand 31.12.2024) und dem eher dünn besiedelten Westmittelfranken (424,1 Tsd. Einwohner, Stand 31.12.2024):

  • Region Nürnberg: zu erwartende Zunahme von +0,4 % (≈ 4,9 Tsd. Einwohner mehr bis 2044)
  • Westmittelfranken: zu erwartende Zunahme von +1,8 % (≈ 7,6 Tsd. Einwohner mehr bis 2044)

Das Durchschnittsalter steigt im Prognosezeitraum in allen kreisfreien Städten und Landkreisen Mittelfrankens. Im Schnitt altert die Bevölkerung des Regierungsbezirks von 44,3 Jahren (2024) auf 46,0 Jahre (2044) – ein Zuwachs von 1,7 Jahren. Damit liegt die Alterungsentwicklung in Mittelfranken exakt auf dem Niveau des gesamten Freistaats Bayern.
Die beiliegenden Diagramme zeigen detailliert, wie in allen Teilräumen Mittelfrankens der Anteil der 60-Jährigen und Älteren zunimmt.

Die prognostizierte Veränderung der Bevölkerung in den mittelfränkischen Städten und Gemeinden 2038 gegenüber 2024 ist den folgenden Karten zu entnehmen:

Weitere landkreis- und gemeindebezogene Informationen und Daten zum Demografischen Wandel in Bayern stellt das Landesamt für Statistik in seinem Internetangebot zur Verfügung.

Weitere statistische Informationen erhalten Sie auf der Seite Mittelfranken in Zahlen unter der Rubrik Bevölkerung.

Strategien zum Umgang mit dem demografischen Wandel

Der internetbasierte Demografie-Leitfaden der Bayerischen Staatsregierung bietet einen breiten Überblick zu verschiedenen demografierelevanten Themen und Statistiken, zeigt Praxisbeispiele und weist u.a. auf regionale Initiativen hin.

Im Fokus der Demografiestrategie der Bundesregierung stehen die Lebensbereiche in denen die Menschen die Auswirkungen des demografischen Wandels unmittelbar erfahren. Sie umfasst strategische Handlungsfelder, aus denen jeweils Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels abgeleitet werden. Umfassende Informationen und Handlungsmöglichkeiten sind zudem auf dem Demografie-Portal des Bundes und der Länder zu finden.

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