Umgebungslärm; EG-Umgebungslärmrichtlinie

Die Europäische Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, europaweit ein gemeinsames Konzept zur Verminderung von Umgebungslärm festzulegen. Mit der Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm vom 25.06.2002 (Richtlinie 2002/49/EG) wurden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, die Lärmbelastung der Bevölkerung in Ballungsräumen, an Hauptverkehrswegen und im Bereich großer Flughäfen zu erfassen und bei problematischen Lärmsituationen Lärmaktionspläne gegen die Lärmbelastung aufzustellen.

Beschreibung

Durch das Gesetz zur Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm vom 24. Juni 2005 (BGBl I S. 1794) erfolgte die Umsetzung in nationales Recht. Artikel 1 des Gesetzes fügt in das Bundesimmissionsschutzgesetz  (BImSchG) den "Sechsten Teil - Lärmminderungsplanung (§§ 47a – 47f)" - ein.

Nach § 47c BImSchG sind für Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnern, Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 3 Mio. Kraftfahrzeugen pro Jahr, Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr und für Großflughäfen Lärmkarten zu fertigen.

Diese Lärmkarten wurden für die Eisenbahnstrecken vom Eisenbahnbundesamt und für die anderen Lärmquellen vom Bayer. Landesamt für Umwelt erstellt und können im Internet eingesehen werden (Adressen s. u.).

Aufgrund dieser Daten sind nach § 47d BImSchG Aktionspläne zur Minderung des Umgebungslärms aufzustellen und im Abstand von jeweils 5 Jahren zu überprüfen und fortzuschreiben. Die ersten Lärmaktionspläne wurden im Jahr 2008 aufgestellt (Stufe 1) und in den Jahren 2013 (Stufe 2) sowie 2019/2020 (Stufe 3) fortgeschrieben.

Die Zuständigkeiten für die unterschiedlichen Lärmaktionspläne haben sich in der Vergangenheit immer wieder einmal geändert. Zuletzt war und ist in Bayern für die Erstellung der Aktionspläne bei den Großflughäfen die jeweilige Bezirksregierung zuständig, der das jeweilige Luftamt angesiedelt ist, d.h. für den Großflughafen Nürnberg die Regierung von Mittelfranken.

Für die Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung an Haupteisenbahnstrecken des Bundes ist seit 2015 das Eisenbahnbundesamt (EBA) zuständig.

Die Lärmaktionsplanung an Hauptverkehrsstraßen außerhalb von Ballungsräumen und an Bundesautobahnen in Ballungsräumen führt seit 2021 zentral die Regierung von Oberfranken durch.

Die Ballungsräume erstellen Lärmaktionspläne für nicht bundeseigene Eisenbahnen (z. B. Straßenbahnen und oberirdische U-Bahnstrecken), für ausgesuchte gewerbliche Lärmquellen sowie für Straßen die keine Bundesautobahnen sind.

Die Regierung von Mittelfranken war während der Stufe 1 noch zuständig für die Aufstellung von Lärmaktionsplänen an Haupteisenbahnstrecken und stellte unter Beteiligung der Öffentlichkeit, der jeweiligen Gemeinden sowie des Eisenbahnbundesamtes insgesamt 28 Lärmaktionspläne auf. Diese können hier eingesehen werden:

Stufe 1 Lärmaktionsplanung an Haupteisenbahnstrecken

Während der Stufe 2 wurden von der Regierung von Mittelfranken unter Beteiligung der Öffentlichkeit, der jeweiligen Gemeinden sowie der Autobahndirektion Nordbayern Lärmaktionspläne für Orte im Einwirkungsbereich von Bundesautobahnen erstellt.

Während der Stufe 3 der Lärmaktionsplanung wurde von der Regierung von Mittelfranken erstmals ein Lärmaktionsplan für den Großflughafen Nürnberg aufgestellt. Nähere Informationen dazu finden Sie hier:

Stufen 2 und 3 der Lärmaktionsplanung

Im Jahr 2022 findet die Kartierung zur 4. Stufe der Lärmaktionsplanung und im Anschluss daran die Überprüfung und Fortschreibung der Lärmaktionspläne statt.

Für Sie zuständig

  • Regierung von Mittelfranken - Technischer Umweltschutz - Sachgebiet 50

    Ansprechpartner
    Lärmaktionsplanung
    Telefon: 0981 53-1784 und -1744
    Fax: 0981 53-1456
    E-Mail:

    Hausanschrift
    Bischof-Meiser-Str. 2/4
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    Postanschrift
    Postfach 606
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Stand: 03.01.2022
Redaktionell verantwortlich: Regierung von Mittelfranken