Dolmetscherdienste; Beantragung einer Förderung für Ausgaben im Rahmen der Beratungstätigkeit der Frauenhäuser und sonstiger Einrichtungen

Der Freistaat Bayern gewährt Zuwendungen zu den Ausgaben für Sprach- und Gebärdensprachdolmetscherleistungen im Rahmen der Beratungstätigkeit der staatlich geförderten Frauenhäuser, Fachberatungsstellen/Notrufe, Interventionsstellen und im Rahmen des wohnraumbezogenen Übergangsmanagements mit begleitender psychosozialer Beratung für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen (sogenannte second-stage-Projekte). Darüber hinaus gewährt der Freistaat Zuwendungen zu den Ausgaben für Fortbildungsmaßnahmen.

Beschreibung

Zweck

Durch staatliche Zuwendungen soll Frauen mit Migrationshintergrund und Frauen mit Sprach- und Hörbehinderung der Zugang zum Hilfesystem bei Gewaltbetroffenheit erleichtert werden. Zudem sollen die Beratungsfachkräfte durch Fortbildungsmaßnahmen ihre Kompetenzen für die Gestaltung eines Beratungssettings mit Dolmetschenden erweitern..

Gegenstand

Gegenstand der Förderung sind Ausgaben für Sprach- und Gebärdensprachdolmetscherleistungen und Fortbildungsmaßnahmen, die in Zusammenhang mit der Beratung und Betreuung von gewaltbetroffenen Frauen mit Migrationshintergrund beziehungsweise mit Sprach- und Hörbehinderungen entstehen.

Die Sprachmittlung kann dabei auch per Video- oder Telefonkonferenz erfolgen.

Zuwendungsempfänger

Zuwendungsempfänger sind die Träger von staatlich geförderten Frauenhäusern und / oder von staatlich geförderten Fachberatungsstellen / Notrufen und den angegliederten Interventionsstellen und Träger von staatlich geförderten second-stage-Projekten, die Mitglieder eines Spitzenverbandes sind.

Zuwendungsfähige Kosten

Zuwendungsfähig sind die angefallenen Stundenvergütungen für die reine Dolmetscherleistung und eine Vergütung für eventuelle Reisezeiten. Es sind zuwendungsfähige Höchstbeträge festgelegt. Ebenfalls zuwendungsfähig sind Ausgaben für Bereitstellungskosten für einen telefonischen Dolmetscherdienst, Ausgaben für eine Webcam im notwendigen Umfang und Ausgaben für Fortbildungsmaßnahmen zur Erweiterung von Kompetenzen für die Gestaltung eines Beratungssettings mit Dolmetschenden.

Art und Umfang

Die staatliche Zuwendung wird im Rahmen einer Projektförderung als Anteilfinanzierung mit Höchstgrenze gewährt.

Für Sie zuständig

  • Regierung von Mittelfranken - Sachgebiet 13 - Soziales und Jugend

    Ansprechpartner
    Dolmetscherdienste
    Telefon +49 (0)981 53-1760
    Fax +49 (0)981 53-1456
    E-Mail

    Hausanschrift
    Promenade 27
    91522 Ansbach
    Postanschrift
    Postfach 606
    91511 Ansbach
    Telefon +49 (0)981 53-0
    Fax +49 (0)981 53-1456

Voraussetzungen

Der Einsatz der dolmetschenden Person muss in Zusammenhang mit der Beratung und Betreuung der gewaltbetroffenen Frauen im Sinne der Aufgaben nach der Richtlinie für die Förderung von Frauenhäusern, Fachberatungsstellen/Notrufen und angegliederten Interventionsstellen in Bayern vom 05.08.2019 beziehungsweise in der jeweils gültigen Fassung erbracht werden; umfasst sind auch Beratung und Betreuung der gewaltbetroffenen Frauen in staatlich geförderten second-stage-Projekten.

Die Fortbildungsmaßnahme muss zum Ziel haben, die Beratungsfachkraft für die Gestaltung eines Beratungssettings mit Dolmetschenden (zum Beispiel auch für eine Telefon- oder Videodolmetschung) zu schulen.

Vom Zuwendungsempfänger ist ein Eigenanteil von zehn v.H. der zuwendungsfähigen Ausgaben zu erbringen.

Verfahrensablauf

Die vollständigen Förderanträge müssen spätestens ein Monat vor Beginn des Bewilligungszeitraums unter Verwendung des hierfür zur Verfügung gestellten Antragsformulars spätestens bei der Regierung von Mittelfranken gestellt werden. Für den Projektbeginn 01.06.2020 ist eine kürzere Frist möglich. Bei der Antragstellung ist von einem realistisch eingeschätzten Bedarf unter Berücksichtigung der Inanspruchnahme der Dolmetscherdienste in den Vorjahren auszugehen.

Als Projektbeginn (Beginn des Bewilligungszeitraums) kann der 01.01., der 01.04. oder der 01.07. des jeweiligen Haushaltsjahres beantragt werden. Im Haushaltsjahr 2020 ist auch ein Projektbeginn zum 01.06.2020 möglich. Der Bewilligungszeitraum endet am 31.12. des jeweiligen Haushaltsjahres. Eine rückwirkende Förderung erfolgt nicht.

Besondere Hinweise

Anträge unter 200 Euro Zuwendungshöhe können aus verwaltungstechnischen Gründen nicht berücksichtigt werden.

Über den Einsatz ist eine tabellarische Zusammenstellung mit folgenden Angaben zu erstellen:

  • Anzahl der Klientinnen, bei denen eine Sprachmittlung bzw. Gebärdendolmetschung erfolgte
  • Häufigkeit der angefragten Sprachen
  • Qualifikation der dolmetschenden Personen
  • Anzahl der angefallenen Einsatzstunden, getrennt nach reine Dolmetscherleistung und Reisezeiten

Fristen

Der Förderantrag ist schriftlich bis spätestens ein Monat vor Beginn des Bewilligungszeitraums zu stellen.

Formulare

Rechtsgrundlagen

  • Förderausschreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, Familie und Integration vom 13.04.201614.05.2020; Az.: VI4/6865.01-1/109III5/6865.01-1/73, i.d.F. vom 28.12.2017 - Staatliche Förderung von Ausgaben für Dolmetscherdienste zur Sprach- und Gebärdensprachmittlung bei den staatlich geförderten Frauenhäusern, Fachberatungsstellen/Notrufen und angegliederten Einrichtungen (Interventionsstellen/second-stage-Projekten)

Stand: 06.10.2020
Redaktionell verantwortlich: Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (siehe BayernPortal)