ÖPNV-Förderung 2025

Rund 200 Millionen Euro für den öffentlichen Personennahverkehr in Mittelfranken

30.01.2026-004

Der Freistaat Bayern hat den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Mittelfranken sowie Verbundprojekte im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) im Jahr 2025 mit einer Summe von rund 200 Millionen Euro gefördert. Die Mittel wurden von der Bayerischen Staatsregierung und vom Bayerischen Landtag zur Verfügung gestellt, durch die Regierung von Mittelfranken ausgezahlt und für neue Fahrzeuge, verbilligte Schülerfahrkarten und ÖPNV-Infrastrukturmaßnahmen eingesetzt. Durch Zuweisungen an die Landkreise und kreisfreien Städte wurden kommunale Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs gefördert. Hohe Beträge fließen in den Ausgleich für das Deutschland-Ticket und das bayerische Ermäßigungsticket, wodurch die Attraktivität des ÖPNV erheblich gesteigert wird. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Ein leistungsfähiger und attraktiver öffentlicher Personennahverkehr ist zentral für nachhaltige Mobilität! Unser Ziel bleibt ein flächendeckender ÖPNV im ländlichen Raum und genügend Kapazitäten in den Ballungsräumen. Wir investieren daher in Infrastruktur, fördern Innovation und stärken den ÖPNV in Stadt und Land.“

Da das zum 01.05.2023 eingeführte Deutschlandticket für die Fahrgäste im Vergleich zu früheren Tarifangeboten kostengünstiger ist, unterstützen der Bund und der Freistaat Bayern die Verkehrsunternehmen bei den entstehenden Mindererlösen. Als Ausgleich für die Mindereinnahmen, die durch die Anerkennung der deutschlandweit gültigen Tickets entstehen, erhalten die Verkehrsunternehmen bis 2025 einen finanziellen Ausgleich in Form von Billigkeitsleistungen. Im Jahr 2025 gewährte die Regierung von Mittelfranken den betroffenen Verkehrsunternehmen Billigkeitsleistungen in Höhe von 82,6 Millionen Euro bei einem Verkaufspreis von 58 Euro pro Deutschland-Ticket und 38 Euro pro bayerischem Ermäßigungsticket.

Neue Niederflurlinienbusse

Mit fast 5,22 Millionen Euro wurde die Anschaffung von 52 neuen Niederflurlinienbussen und einem Hochbodenbus für den öffentlichen Personennahverkehr gefördert. Von diesen Fahrzeugen werden 24 Fahrzeuge ausschließlich elektrisch betrieben. Bei den weiteren 29 Fahrzeugen handelt es sich um emissionsarme Klimabusse.

Die Kosten für einen Elektrobus belaufen sich auf das Zweieinhalb- bis Dreifache der Kosten eines herkömmlichen Dieselbusses. Der finanzielle Mehraufwand für die antriebsbedingten Mehrkosten bei Elektrobussen wird zusätzlich mit Bundesmitteln und mit Finanzmitteln des Freistaates Bayern gefördert. Insgesamt investierten die mittelfränkischen Unternehmen mehr als 26,7 Millionen Euro netto für die 53 neuen Busse, die sämtlich den Anforderungen der Barrierefreiheit entsprechen.

Entlastung im Ausbildungsverkehr

Fahrgäste im Ausbildungsverkehr profitieren von ermäßigten Zeitfahrausweisen. Hierbei wurden die mittelfränkischen Aufgabenträger für den ÖPNV in Höhe von ca. 16,95 Millionen Euro durch den Freistaat unterstützt.

ÖPNV-Zuweisungen an Landkreise und kreisfreie Städte

Über 17,2 Millionen Euro wurden den mittelfränkischen Landkreisen, kreisfreien Städten und kreisangehörigen Städten mit eigener Aufgabenträgerschaft sogenannte ÖPNV-Zuweisungen bewilligt. Diese Zuweisungen werden von den Aufgabenträgern nach eigenem Ermessen zur Verbesserung des ÖPNV verwendet. Sie sind ein finanzieller Ausgleich für die Planung, Organisation und Sicherstellung des öffentlichen Personennahverkehrs in den Kommunen und werden überwiegend für Verkehrsverbesserungen, Linienerweiterungen, Linienverdichtungen und Verkehrskooperationen eingesetzt. Die Höhe der ÖPNV-Zuweisung richtet sich nach den erbrachten Verkehrsleistungen, der Einwohnerzahl, dem finanziellen Aufwand und der finanziellen Leistungsfähigkeit der ÖPNV-Aufgabenträger sowie der Qualität und dem Bestand von Verkehrskooperationen im ÖPNV.

365-Euro-Ticket im VGN

Zum 01.08.2020 wurde im VGN für Schüler und Auszubildende das 365-Euro-Ticket eingeführt. Mit diesem Ticket können Schüler und Auszubildende im gesamten VGN-Verbundgebiet für 365 Euro im Jahr auf allen Bus-, Straßenbahn und Schienenstrecken ganztägig mobil sein. Die durch die Einführung dieser neuen Netzkarte verursachten Mindereinnahmen trägt zu 2/3 der Freistaat Bayern. Die ÖPNV-Aufgabenträger im Verbundgebiet tragen 1/3 des Defizits. Der Anteil des Freistaats betrug im Jahr 2025 rund 41,4 Millionen Euro.

Förderprogramm „Ergänzende Nahverkehrsangebote“

Mit 467.000 Euro förderte der Freistaat Bayern im Rahmen des Förderprogramms „Ergänzender Nahverkehrsangebote zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum mit bedarfsorientierten Bedienformen des allgemeinen ÖPNV“ (ErNa) insgesamt sechs Projekte.
Darunter befinden sich zwei Bedarfsverkehre im Landkreis Roth, einer im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Rufbus Weißenburg), zwei bei der Stadt Gunzenhausen und das landkreisweite Projekt „NEA Mobil“ im Landkreis Neustadt a.d.A.-Bad Windsheim.

Innovative ÖPNV-Projekte

Der Freistaat Bayern stellte den ÖPNV-Aufgabenträgern, die in großflächigen Verkehrsverbünden integriert sind, in den Jahren 2020 bis 2024 für innovative ÖPNV-Projekte und nachhaltigen Angeboten zusätzliche Fördermittel zur Verfügung. Nach dem Auslaufen dieser Förderung von innovativen ÖPNV-Projekten (Innovationspaket) mit dem Jahresende 2024 konnten im VGN noch zwei Projektförderungen weitergeführt werden. So wurde für das e-Tarif Projekt egon sowie das Schülerportal VGN sMaxi durch die Regierung von Mittelfranken Fördermittel in Höhe von rund 516.000 Euro ausbezahlt.

Förderung von ÖPNV-Infrastrukturmaßnahmen

Im Bereich der Infrastrukturförderung wurden ca. 37 Millionen Euro eingesetzt. Davon entfielen insbesondere

  • ca. 1,8 Millionen Euro auf den U-Bahnbau in Nürnberg,
  • ca. 10,1 Millionen Euro auf den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur (Streckeninfrastruktur und barrierefreier Ausbau von Bahnstationen),
  • ca. 8,7 Millionen Euro auf den Kauf von Straßenbahnen.