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Willkommen bei der Regierung von Mittelfranken - Bereich Planung und Bau

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Energieeffizientes Bauen

Ansprechpartner:

Herr
Gerhard Binner
Sachgebietsleiter
-Erreichbarkeit
-E-Mail
Tel:
0981/53 1254
Fax:
0981/53 5254
Zimmer F 117

Energieeffizientes Bauen – Herausforderung und Chancen

Auftaktveranstaltung am 31. Mai 2006 in Ansbach

Die Regierung von Mittelfranken und die Bayerische Architektenkammer haben mit der Veranstaltung "Energieeffizientes Bauen – Herausforderung und Chancen" ein hochaktuelles Thema aufgegriffen und unter verschiedenen Aspekten beleuchtet. Die große Resonanz zeigte, dass dieses Thema kein rein akademisches Thema ist, sondern vor dem Hintergrund der Verknappung und damit der Verteuerung von Energie, aber auch vor dem Hintergrund der Veränderungen klimatischer Prozesse auf ein breites Interesse stößt. Namhafte Referenten und Podiumsteilnehmer aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Planung, Beratung, Kommunalverwaltung und Wohnungswirtschaft haben mit ihren Beiträgen den Themenkomplex "Energie und Bauen" aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet, sowie über den aktuellen Stand von Forschung und Praxis berichtet.

Parallel zur Auftaktveranstaltung wurde die sehr interessante und informative Ausstellung der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Inneren mit dem Titel "Modernisieren und sparen" im Kuppelsaal der Orangerie präsentiert.

Regierungspräsident Karl Inhofer, Staatssekretär Georg Schmid und der Präsident der Bayerischen Architektenkammer, Lutz Heese, bei der Auftaktveranstaltung

Regierungspräsident Karl Inhofer, Staatssekretär Georg Schmid und der Präsident der Bayerischen Architektenkammer, Lutz Heese, bei der Auftaktveranstaltung

Regierungspräsident Karl Inhofer eröffnete im eindrucksvollen Blauen Saal der Ansbacher Orangerie die Veranstaltung und zeigte sich sehr erfreut über das zahlreiche Erscheinen des Fachpublikums. Er betonte vor ca. 150 interessierten Teilnehmern in seiner Begrüßungsrede, dass es bei diesem Thema nicht mehr nur um die Erfüllung abstrakter Klimaschutzziele, Umweltentlastung und Ressourcenschonung geht, sondern angesichts der immer weiter steigenden Öl- und Gaspreise die Energieeinsparung und energetische Altbau-Sanierung im Mittelpunkt steht. Seit Anfang 2004 haben sich Öl- und Gaspreise verdoppelt, die Vorstellung von der immer und überall verfügbaren Energie und der damit verbundenen grenzenlosen Mobilität gerät allmählich ins Wanken. Es stellt sich daher die Frage mit welchen Maßnahmen man Energie einsparen und Energiekosten senken kann.

Unter dem Motto "Klima schützen – Energie sparen – Geld sparen" hat die Bayerische Staatsregierung und der Bund Naturschutz eine landesweite Klimaschutz- und Energieeinsparinitiative vereinbart. Staatssekretär Georg Schmid berichtete, dass 30 Jahre nach der ersten Energiekrise die Energieversorgung des Landes wieder im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion steht. In seiner Begrüßungsrede hob er hervor, dass die öffentliche Hand mit gutem Beispiel beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren von Gebäuden vorangehe. Der Gebäudebestand – egal ob in öffentlicher oder privater Hand – biete ein großes Potenzial zur Energieeinsparung, denn mehr als ein Drittel der Energie in Bayern werden für Heizung und Warmwasser verbraucht. Gerade auch im Wohnungsbau, vor allem im Geschosswohnungsbau der 60er und 70er Jahre stecke ein enormes Einsparpotenzial. Er appellierte an die Zuhörer im Saal die Impulse aufzunehmen und fachlich zu vertiefen, damit die politische Forderung nach sparsamen Umgang mit Energie beim Bauen wirksam umgesetzt werden kann.

Der Präsident der Bayerischen Architektenkammer Lutz Heese zeigte sich sehr erfreut, dass sich im Rahmen der regionalen Aktivitäten der Bayerischen Architektenkammer eine Veranstaltung mit so hochkarätigem Podium einem ebenso wichtigen wie aktuellen Thema widmet. Er betonte, dass energieeffizientes Planen schon immer eine Aufgabe der Architekten war, doch noch nie sei dieser Aufgabe so große Bedeutung wie heute beigemessen worden. Dabei müssen viele Faktoren berücksichtigt werden: der sorgsame Umgang mit dem Bestand durch Umbau und Strategien zur Werterhaltung, die Lebenserwartung der baulichen und technischen Anlagen, flächensparende Bauweise beim Neubau, die Ressourceneffizienz über einen langen Zeitraum, die Reparaturfähigkeit, Demontierbarkeit und Wiederverwendbarkeit der Bauteile, die Ungefährlichkeit der Konstruktion als Müll und schließlich auch dessen Trenn- und Deponierbarkeit. Die Rolle der Architekten sieht Lutz Heese auch heute noch in der Tradition der Baumeister klassischer Prägung, d.h. als Generalisten, die in einem harmonisierenden Planungsteam mit Bauherren und Ingenieuren das Bauvorhaben umsetzen.

Im Anschluss an eine kurze Pause, in der bereits ein reger Erfahrungsaustausch unter den Kolleginnen und Kollegen stattfand, folgten fünf Vorträge von ausgewiesenen Fachleuten, um dem Thema mit seinen vielen Facetten gerecht zu werden. Die Moderation der Veranstaltung lag in den Händen des Münchener Journalisten und Autors Dr. Oliver Herwig, der Designtheorie an den Universitäten Karlsruhe, Linz und Basel lehrt, und der fachkundig und souverän durch die Veranstaltung führte.

Eröffnet wurden die hochkarätigen Fachvorträge von Prof. Dr. Jochen Fricke vom Bayerischen Zentrum für angewandte Energieforschung e. V. (ZAE Bayern) aus Würzburg mit dem Thema "Energieeffizienz – Innovative Dämmsysteme – Was leistet die Wissenschaft?". Er berichtete aus erster Hand von den neuesten Entwicklungen. Dazu zählen Vakuum-Isolationspaneele, transluzente Dämmsysteme ebenso, wie schaltbare Wärmedämmungen und evakuierte Fenster. Nach hochinteressanten Ausführungen über Entwicklung, Anwendungsmöglichkeiten und Praxisbeispielen fasste Prof. Dr. Fricke abschließend zusammen, dass Vakuum-Isolationspaneele und transluzente Aerogel- Fassaden-Elemente ihren Einzug in die Bautechnik bereits begonnen haben. Die Entwicklung von evakuierten Fenstern und schaltbaren Wärmedämmungen wird noch an Forschungs-Instituten, wie dem ZAE Bayern mit öffentlicher Förderung erprobt.

Prof. Georg Sahner, Leiter des Studiengangs EnergieEffizienzDesign an der Fachhochschule Augsburg beschäftigte sich in seinem sehr lebendigen Vortrag mit der Frage "Energieeffizienz und Gestaltung - ein Gegensatz?". Er vertrat die Meinung, dass energieeffiziente Gebäude Ergebnisse eines integrativen Planungsprozesses sind. Dabei spielt das interaktive Vorgehen im Optimieren von Hülle und Technik eine wesentliche Rolle. Pauschalierte Planungsmethoden führen meistens zu Defiziten an der Gestaltung der Gebäude. Daher ist es wichtig die Parameter des energieeffizienten Entwerfens kennen zu lernen. Anhand von eigenen Beispielen im Bereich Neubau und Sanierung erläuterte er sehr anschaulich die Umsetzung der Planungen und Projekte.

Für Wohnungsunternehmen, die sich einer langfristigen Erhaltung und Bewirtschaftung ihrer Wohnungen verpflichtet sehen, ist die energieeffiziente Modernisierung ein Muss. Der Architekt Reinhard Zingler, Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands der Joseph – Stiftung Bamberg stellte dies in seinem Vortrag "Energieeffizient modernisierter Wohnungsbau – lohnend und nachhaltig!" deutlich dar. Die Modernisierung ist zugleich lohnend für Vermieter und Mieter, weil sie die Attraktivität der Wohnungen mit niedrigen Verbrauchskosten sichert und nachhaltig, weil sie die begrenzten Ressourcen schont. Zudem sieht Reinhard Zingler in der energieeffizienten Modernisierung auch die Wahrnehmung einer großen gesellschaftlichen Verpflichtung gegenüber der nächsten Generation. Die Joseph-Stiftung Bamberg hat bereits mehrere Projekte mit Vorbildcharakter saniert, u. a. die Dollmannstraße in Ansbach.

Martin Reuter, Geschäftsführer der Energieagentur Mittelfranken e.V. stellte in seinem Vortrag "Sinnvoller Umgang mit Energie – erfolgreiche Netzwerke in der Energieregion Nürnberg!" vor. Das Netzwerk Energieregion Nürnberg ist eine weltweit einmalige Wertschöpfungskette der regionalen Energiewirtschaft, verbunden mit einer hohen Kompetenz in Forschung und Entwicklung. Die tragenden Säulen dieses Netzwerkes sind die Energiebranche, ebenso wie die Wissenschaft, die Wirtschaft, aber auch die Politik und die Verwaltung, sowie die Kammern und Verbände. Die Hauptaufgaben des Netzwerkes Bau und Energie sind: "Vorantreiben" des Themas: Energetische Gebäudesanierung und energieeffizienter Neubau; Organisation von Kongressen, Fachtagungen, Messen, Foren und Seminaren, Infobroschüren; Aufbau und Betreuung des Energieberaternetzes Mittelfranken, sowie Initiierung und Realisierung konkreter Projekte.

Last but not least beantwortete Stefan Schelle, 1. Bürgermeister der Gemeinde Oberhaching eindeutig die Frage, ob "Energieeffizienz – ein Programm für Kommunen!" ist. In seinem sehr engagierten und mitreißenden Vortrag übernahm er die schwierige Aufgabe als letzter Referent die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. Stefan Schelle ist seit 2002 Bürgermeister der 13.000 Einwohner-Gemeinde Oberhaching im Landkreis München. Der Diplom-Agraringenieur baute in Oberhaching zwei Nahwärmenetze mit Holzhackschnitzelheizungen auf. Das relativ große Rathaus wird derzeit saniert und wärmegedämmt. Die Gemeinde will in den nächsten Jahren geothermische Wärme zur Versorgung des Gemeindegebietes nutzen. Die Versorgung der Siedlungsgebiete, der Gewerbebauten und der öffentlichen Gebäude mit bezahlbarer und berechenbarer Energie ist eine wichtige Zukunftsfrage für die kommunale Entwicklung. Die Gemeinde Oberhaching hat durch Energieeinsparungen und den Aufbau eines Nahwärmenetzes Antworten auf diese Zukunftsfrage gefunden und spart dabei sogar noch Geld.

Die abschließende lebhafte Diskussionsrunde unter Führung von Herrn Dr. Oliver Herwig mit den Referenten beschäftigte sich vor allem mit folgenden Fragen: Wann werden neue Technologien einsetzbar sein? Welche Auswirkungen haben Innovationen allgemein auf das Baugeschehen? Und wie wendet man auf lokaler Ebene politische Initiativen an? Dabei zeichnete sich eine breite Übereinstimmung darüber ab, dass bereits die jetzige Energie-Einsparungsverordnung in den nächsten Jahren zu einem großen Investitions- und Nachrüstungsprogramm der Wohnungswirtschaft führen wird, wenn die zweite Miete eine immer größere Rolle beim Wohnungskauf spielen wird. Letztlich bleibe es in der Verantwortung jedes einzelnen, lokale Initiativen nachhaltiger Energieversorgung aufzugreifen und weiterzuverfolgen.

Der mittelfränkische Auftakt ist gelungen, weitere Veranstaltungen werden folgen.

Bei Interesse können die Tagungsunterlagen bei der Regierung von Mittelfranken angefordert werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter folgenden Internetadressen (die Links öffnen neue Browserfenster):

www.wohnen.bayern.de;

www.bauen.bayern.de;

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Zuletzt geändert am 12.04.2011.

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