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Demografische Entwicklung

Ansprechpartner:

Herr
Philipp von Dobschütz
-Erreichbarkeit
-E-Mail
Tel:
0981/531512

Demografischer Wandel

Der demografische Wandel ist eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre. Familien-, Schul-, Arbeitsmarkt-, Renten- oder Wohnungsbaupolitik müssen sich ebenso auf künftige demografische Entwicklungen einstellen wie öffentliche Einrichtungen und Unternehmen.

Es gibt verschiedene Definitionen des demografischen Wandels; allgemein wird darunter eine Veränderung der Bevölkerungszahl und -struktur verstanden werden (Bähr, 2010). Bei uns zeichnet sich der demografische Wandel insbesondere durch eine steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenzahlen aus. Die Anzahl der Sterbefälle überwiegt die Geburten (Sterbeüberschuss). Insgesamt sind Alterung und langfristig auch Schrumpfung der Bevölkerung die Folge.

Unterschiedliche Wanderungsbewegungen (z.B. Ausbildung, Arbeitsplatz, Ruhestand) können die Zahl und Zusammensetzung der Bevölkerung zudem regionsspezifisch beeinflussen. Dies führt beispielsweise dazu, dass die Bevölkerung der kreisfreien Städte und Landkreise Mittelfrankens bis 2035 voraussichtlich zunimmt oder wenigstens stabil bleibt. 

Bevölkerungsvorausberechnung

 

Die Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Wirtschafts- und Sozialsystem sind weitreichend: Wo die Zahl der Erwerbspersonen abnimmt, wird diskutiert, ob und inwieweit dies auch mit einem Mangel an Fachkräften einhergeht. Das durch Umlagen finanzierte System der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung wird herausgefordert, wenn einer kleiner werdenden Gruppe von Beitragszahlern eine wachsende Gruppe von Leistungsbeziehern gegenübersteht. In Schrumpfungsräumen ist zudem die Infrastruktur nicht ausgelastet; es verbleiben nicht nur leere Wohngebäude, auch soziale Einrichtungen, wie Kindergärten und Schulen und die technische Infrastruktur, können nicht mehr kostendeckend betrieben werden. Das Netz und die Qualität der öffentlichen Daseinsvorsorge werden in Frage gestellt.

Demografische Entwicklung in Bayern und Mittelfranken

Nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung nimmt die Bevölkerung Bayerns im Zeitraum 2015 bis 2035 merklich zu (+5,4 %). Es zeigen sich jedoch starke regionale Unterschiede: Während der Regierungsbezirk Oberbayern noch mit einer Bevölkerungszunahme von ca. 11,5 % rechnen kann, ist in Nord- und Ostbayern mit teils deutlichen Verlusten zu rechnen (z.B. Regierungsbezirk Oberfranken -5,1 %, Regierungsbezirk Unterfranken -2,6 %). Für Mittelfranken wird eine Zunahme von 3,7 % prognostiziert.

Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung bis 2035:

Demografisches Profil für den Freistaat Bayern

Demografisches Profil für den Regierungsbezirk Mittelfranken

Demografisches Profil für die Region Nürnberg (vormals Industrieregion Mittelfranken)

Demografisches Profil für die Region Westmittelfranken

Eine Übersicht über die prognostizierten Veränderungen der Bevölkerungszahl und des Durchschnittsalters in den Regionen, kreisfreien Städten und Landkreisen des Regierungsbezirks Mittelfranken im Zeitraum 2015-2035 vermitteln folgende Diagramme:

Bevölkerungsveränderung

Veränderung des Durchschnittsalters

Im Zeitraum 2015-2035 kann der Regierungsbezirk Mittelfranken – wie eingangs erwähnt - eine Bevölkerungszunahme von 3,7 % verzeichnen. Hierbei gibt es Unterschiede zwischen der Entwicklung der bevölkerungsstärkeren Region Nürnberg (1.324,1 Tsd. EW, Stand 31.12.2015) und der bevölkerungsschwächeren Region Westmittelfranken (420,0 Tsd. EW, Stand 31.12.2015). Bedingt durch die positive Bevölkerungsentwicklung in allen kreisfreien Städten und Landkreisen, kann die Region Nürnberg bis zum Jahr 2035 eine Bevölkerungszunahme von insgesamt 4,7 % (61,9 Tsd.) verzeichnen. In der Region Westmittelfranken bleibt die Bevölkerungszahl insgesamt stabil (0,7 %, 3,0 Tsd.).

Das Durchschnittsalter erhöht sich im Prognosezeitraum in allen kreisfreien Städten und Landkreisen in Mittelfranken. Die Bevölkerung des Regierungsbezirks wird im Jahr 2035 gegenüber 2015 im Schnitt um gut zwei Jahre gealtert sein (2015: 43,7 Jahre, 2035: 46,0 Jahre) und liegt damit nahe an der Entwicklung Bayerns insgesamt (2015: 43,6 Jahre, 2035: 46,1 Jahre).

Eine detaillierte Übersicht über die prognostizierten Veränderungen der Alterszusammensetzung bieten folgende Diagramme. Diese verdeutlichen, dass der Bevölkerungsanteil der Altersgruppe der 65-Jährigen oder Älteren in allen Teilräumen Mittelfrankens zunimmt:

Regional:

Mittelfranken
Region Nürnberg
Region Westmittelfranken

Kreisfreie Städte:

Stadt Ansbach
Stadt Erlangen
Stadt Fürth
Stadt Nürnberg
Stadt Schwabach

Landkreise:

Ansbach
Erlangen-Höchstadt
Fürth
Neustadt a.d.Aisch - Bad Windsheim
Nürnberger Land
Roth
Weißenburg-Gunzenhausen

Die prognostizierte Entwicklung der Bevölkerung in den mittelfränkischen Städten und Gemeinden ist den folgenden Karten zu entnehmen:“

Gesamtbevölkerung
Altersgruppe der unter 18-Jährigen
Altersgruppe der 65-Jährigen oder Älteren

Weitere landkreis- und gemeindebezogene Informationen und Daten zum Demografischen Wandel in Bayern stellt das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung in seinem Internetangebot zur Verfügung.

Weitere statistische Informationen erhalten Sie auf der Seite Mittelfranken in Zahlen unter der Rubrik Bevölkerung.

Strategien zum Umgang mit dem demografischen Wandel

Um den komplexen Herausforderungen und Folgen des demografischen Wandels begegnen und individuelle Lösungswege aufzeigen zu können hat die Bayerische Staatsregierung als Orientierung einen umfassenden "Aktionsplan demografischer Wandel" aufgestellt, der Teil der Zukunftsstrategie „Aufbruch Bayern“ ist.

Außerdem bietet der internetbasierte Demografie-Leitfaden der Bayerischen Staatsregierung einen breiten Überblick zu verschiedenen demografierelevanten Themen und Statistiken, zeigt Praxisbeispiele und weist u.a. auf regionale Initiativen hin. Eine Übersicht über das Angebot des Demografie-Leitfadens bietet diese Präsentation.

Im Fokus der Demografiestrategie der Bundesregierung "Jedes Alter zählt" stehen die Lebensbereiche in denen die Menschen die Auswirkungen des demografischen Wandels unmittelbar erfahren. Sie umfasst sechs strategischen Handlungsfelder, von Familie als Gemeinschaft stärken bis Handlungsfähigkeit des Staates erhalten, aus denen jeweils Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels abgeleitet werden.

Zum Weiterlesen (die externen Links öffnen jeweils ein neues Browserfenster)

Bähr, J., 2010, Bevölkerungsgeographie. Verteilung und Dynamik der Bevölkerung in globaler, nationaler und regionaler Sicht. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

Brunow, S., Garloff, A., 2011, Arbeitsmarkt und demografischer Wandel, Anpassungsprozesse machen dauerhaften Fachkräftemangel unwahrscheinlich. IAB Forum 2/2011, 92-97.

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: Demografie und Raumentwicklung.

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2008: Bevölkerung. Daten, Fakten, Trends zum demografischen Wandel in Deutschland.

Bundesministerium des Innern 2011: Demografiebericht der Bundesregierung.

Bundesministerium des Innern / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2014: Migrationsbericht 2013.

Kettner, A., 2007, Fachkräftemangel? Eine Analyse von Stellenbesetzungszeiten nach Branchen zwischen 2004 und 2006, Stand 01.06.2015.

Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2011: Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung im Bund und in den Ländern. In: Demografischer Wandel in Deutschland (Heft 1).

Statistisches Bundesamt 2015: Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 13 koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung.

Plakate zum demografischen Wandel anlässlich des Tags der offenen Tür der Regierung von Mittelfranken 2012 - Plakat 1 - Plakat 2 - Plakat 3

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Zuletzt geändert am 01.02.2017.

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